Obwohl das Handy inzwischen auf der Wunschliste jedes Kindes steht, ist es längst nicht mehr üblich, Klingeltöne zu versenden. Vor ein paar Jahren noch war die Werbung für Klingeltöne auf den bei Teenagern so beliebten Musiksendern im Fernsehen noch so massiv, dass sogar teilweise die Privatsender diese Werbung zeigten. Es zeichnete sich ein Trend zum Klingelton-Kauf ab, besonders unter Teenagern, aber auch unter jungen Erwachsenen. Klingeltöne versenden, die man sich gekauft, runtergeladen oder selbst geschickt bekommen hat, an Freunde und Geschwister, war fast so etwas wie eine Freizeitbeschäftigung. Es gab sogar Abonnements, bei denen man Klingeltöne zu einem verringerten Preis bekam. Und besonders Teenager, die gerade ihre ersten Erfahrungen mit eigenem Geld machen und sich dabei auch schnell mal verschätzen können, waren dabei leider leichte Opfer.
Schnell begannen die Zuschauer allerdings der immer gleich aufgebauten Werbung für Klingeltöne, besonders in dem exzessiven Ausmaß, in dem sie ausgestrahlt wurde, überdrüssig zu werden. Es gab Internetpetitionen und weitere öffentliche Proteste (sehr häufig auch von Seiten der Eltern) und der Trend verflog so schnell, wie er gekommen war. Zwar existiert auch heutzutage noch in großem Maße die Werbung für Klingeltöne auf den Musiksendern, allerdings gibt es heute auch viel bessere und schnellere Methoden, um Klingeltöne versenden zu können, zum Beispiel via Bluetooth von Mobiltelefon zu Mobiltelefon oder über den Computer. Außerdem gibt es Klingeltöne heute teilweise schon umsonst. Viele der Möglichkeiten, kostenlos an Klingeltöne heranzukommen, sind jedoch oft illegal - das betrifft auch den aktuellen Trend, ganze Musiktitel als Klingelton zu benutzen. Und auch wenn man selbst keine Musik runterlädt, gibt es fast immer jemanden im Freundeskreis, an den man sich wenden kann.
So ist es kein Wunder, dass das Klingeltöne versenden und kaufen heute kein Trend mehr ist. Haben Teenager die Möglichkeit, Geld zu sparen und sich günstiger Klingeltöne zu besorgen, werden sie diese Möglichkeit natürlich auch nutzen – wer würde das nicht?
Gepostet am 25. 2010